Der Schützenverein Germania Rinnthal e.V.

(Auszug aus der Dorfchronik)

a) Die Schützenabteilung des Turnvereins Rinnthal

Im Jahre 1956 hatte August Braun aus Rinnthal Interessenten des Schießsports zur Gründung einer neuen Abteilung des TV Rinnthal eingeladen, der Schützenabteilung. 31 Bürger folgten dieser Einladung und traten nach und nach der neuen Schützenabteilung bei.

Vereinslokal wurde das alte Schützenhaus am Träsighohl. Die alten Schießanlagen mit dem alten Schützenhaus stammten noch aus der Vorkriegszeit und waren vom Kyffhäuserbund geschaffen worden. Nach der Auflösung dieses Kriegervereins waren diese Anlagen in den Besitz der politischen Gemeinde übergegangen. Sie stellte nun die alten Anlagen der Schützenabteilung zur Verfügung. Nachdem es der jungen Schützenabteilung an allem Notwendigen, vor allen Dingen an Geld, fehlte, konnte das erste Vereinsgewehr nur dadurch angeschafft werden, daß jedes Mitglied 6.-DM spendete. Kurz nach der Gründung trat die Schützenabteilung dem Schützenkreis Landau bei.

Schon in dieser frühen Zeit pflegte der Verein nicht allein den Schießsport, sondern auch die Geselligkeit. August Braun hatte in seinem Protokollbuch vermerkt, daß damals das Laienspiel "Der Weg zurück" mit großem Erfolg aufgeführt wurde.

Natürlich stand im Vereinsgeschehen der Schießsport immer im Vordergrund. Schützenfeste und Freundschaftsschießen, die während der Anfangsjahre stattfanden, blieben bis heute in guter Erinnerung. Natürlich fuhren die Rinnthaler Schützen auch zu benachbarten Vereinen und nahmen an Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften teil. Diese Veranstaltungen waren sportliche und gesellige Höhepunkte im Vereinsleben.

Im Jahre 1961 baute die Schützenabteilung des TV Rinnthal eine neue Schießhalle mit 8 Luftgewehrständen. Schon im Dezember 1961 wurde das Richtfest zünftig mit Glühwein gefeiert. Diese Schießhalle konnte auch als Veranstaltungsraum genutzt werden. Im Jahre 1962 war die 1. Mannschaft der Abteilung Kreissieger im neu gebildeten Schützenkreis Bad Bergzabern. Sie stieg damit in die Bezirksliga auf. Die Kreissiegerehrung fand in der inzwischen fertiggestellten neuen Schießhalle statt. In den darauffolgenden Jahren hatten die Schützen weitere Erfolge zu verzeichnen. Am 1. Mai 1964 wurde im Schützenhaus ein regelmäßiger Wirtschaftsbetrieb eingerichtet. Im gleichen Jahr wurde auch ein Pokalschießen durchgeführt.

 

b) Die Schützen gründen einen selbständigen Verein

Im Jahre 1966 beschlossen die Mitglieder der Schützenabteilung, das schützende Dach des großen Turnvereins Rinnthal zu verlassen und selbständig zu werden. Man beschloß, den neuen Zusammenschluß Schützenverein Germania Rinnthal zu nennen. Die ursprüngliche Satzung des Vereins wurde wiederholt geändert, zuletzt im Jahre 1997. Aus ihr gehen auch Ziel und Zweck des Vereins hervor. Dort heißt es: "Der Zweck des Vereins ist die Pflege und Ausübung des Schießens auf sportlicher Grundlage, sowie die Abhaltung von Veranstaltungen für die Mitglieder, die Errichtung von Schießanlagen und die Förderung sportlicher Übungen und Leistungen".

Der nun selbständige Verein entwickelte in den darauffolgenden Jahren beachtliche Aktivitäten. Die vorhandenen Schießanlagen wurden renoviert. Bei der Einweihung der erweiterten KK-Anlage und dem damit verbundenen Freundschaftsschießen gab es als 1.Preis ein Sparschwein im Wert von 100.-DM und weitere Pokale im Gesamtwert von 1 000.-DM.

Im Jahre 1975 baute man an das Schützenhaus einen Seitentrakt mit Toilettenanlagen und Abstellräumen. In diesem Jahr gab es auch einen geselligen Höhepunkt im Vereinsleben. Der kleine Schützenverein beteiligte sich an der "Aktion Sorgenkind" und konnte aus besonderen Aktivitäten und Spenden einen Betrag von 7500.-DM überweisen. Mit Stolz stellten die Rinnthaler Schützen fest, daß kein anderes Ereignis den selbstlosen Zweck des Vereins besser unterstreichen könne.

Im Jahre 1976 konnte der Schützenverein bereits sein 20jähriges Bestehen feiern. Aus diesem Anlaß wurde für die Mitbürger und die Schützen eine Dorfmeisterschaft mit einem Jedermannschießen durchgeführt. Im Jahre 1978 richteten Turnverein und Schützenverein gemeinsam die Rinnthaler "Häädsturre-Kerwe" aus. Dazu hatte die Familie Neumer die Trifelshalle zur Verfügung gestellt.

 

c) Der Schützenverein vor neuen Aufgaben

Am 30. und 31. Mai 1981 beging der Schützenverein Germania Rinnthal sein 25jähriges Bestehen. Am 30. 5. 81 fand in der Trifelshalle ein Festbankett statt, bei dem das Geburtstagskind sehr gelobt wurde. Die dörflichen Vereine und die benachbarten Schützenvereine feierten mit den Bürgerinnen und Bürgern von Rinnthal dieses Jubiläum, zu dem der Verein eine kleine Broschüre herausgegeben hatte.

Am Sonntag, den 31. Mai 1981, wurde weitergefeiert. Nach dem Festgottesdienst wurde in der Trifelshalle die neue Vereinsfahne geweiht. Die teilnehmenden Vereine erhielten zum Gedächtnis an diesen seltenen Anlaß Erinnerungsbänder. Am Nachmittag des Festtages wurde dann zünftig weitergefeiert.

Im Herbst des Jubiläumsjahres fand dann am Schützenhaus ein Pokal- und Plakettenschießen mit befreundeten Schützenvereinen statt.

Im Jahre 1985 trug sich der Verein mit der Absicht, die damalige Schieß - Anlage, die aus drei Kleinkaliberbahnen und einem selbstgebauten Pistolenübungsstand bestand, zu erweitern. Nach langen Diskussionen kam man zu dem Ergebnis, daß ein Neubau aller Schießanlagen die einzig richtige Lösung sei. Man entschied sich für eine Sportpistolen-Duellanlage mit 5 Bahnen und zwei weiteren Bahnen zum KK-Schießen. Im Jahre 1986 wurde mit den Planungen begonnen. Dennoch war es nicht möglich, sofort mit dem Neubau zu beginnen. Die vorgeschriebenen Immisionsmessungen verzögerten den Baubeginn um ein Jahr. Im Herbst 1989 konnten dann die Erdarbeiten in Angriff genommen werden. Am 2. 1. 1990 begannen die eigentlichen Bauarbeiten. Es sollten noch weitere Jahre vergehen, bis das Projekt zum Abschluß gebracht werden konnte.

Die gesamten Neubaukosten beliefen sich auf 250000.-DM. An Zuwendungen erhielt der Schützenverein vom Landkreis Südliche Weinstraße 93000.-DM, von der Ortsgemeinde Rinnthal 8000.-DM, von der Daniel Theyson-Stiftung 10000.-DM und von Geschäftsleuten, Mitbürgern und Mitgliedern Spenden in Höhe von rund 25000.-DM. Dennoch mußte der Schützenverein noch weit mehr als 100000.-DM selbst aufbringen. Dies geschah überwiegend durch Eigenleistungen der Mitglieder. Ihre rund 13000 freiwilligen Arbeitsstunden stellten allein einen Geldwert von 150000.-DM dar. Dies verdient Dank und Anerkennung.

Am 28. August 1994 konnte der Verein die neue Schießanlage im Rahmen eines Schützenfestes einweihen. Mit berechtigtem Stolz konnte Vorsitzender Cuntz dabei feststellen, daß der Neubau einen Wert von 400000.-DM darstellt.

Die alte Schießhalle für Luftdruckwaffen wurde in den Jahren 1997 und 1998 gegen Feuchtigkeit saniert und anschließend gründlich renoviert. Dabei fielen Kosten in Höhe von 10200.-DM an. Dazu gewährte die Gemeinde Rinnthal einen Zuschuß in Höhe von 2000.-DM.

Aber auch damit will sich der Schützenverein am Ende des Jahrtausends nicht zufrieden geben. Schon seit dem Jahre 1994 besteht die Absicht, die Wirtschaftsräume, die Küche und die Toilettenanlagen zu modernisieren und zu erweitern. Die Finanzierung dieses Projektes wird zu den Hauptaufgaben in den nächsten Jahren gehören.

Die Vorsitzenden der Schießabteilung des TV Rinnthal und des Schützenvereins"Germania" Rinnthal e.V.:

 1956 - 1982 Karl Matz
 1982 - 1984  August Braun
 1984 - 1989  Hermann Franck
 1989 - 1994  Gernot Klar
 1994 -  Dieter Cuntz

Die Vorstandschaft des Schützenvereins "Germania" Rinnthal im Jahre 1999

 1. Vorsitzender  Dieter Cuntz
 2. Vorsitzender  Joachim Beiner
 Schriftführerin  Carina Teuber
 Rechner  Hermann Franck
 Schießleiter  Joachim Beiner
 Stellv.Schießleiter  Heinz Klein
 1. Beisitzer  Helmut Teuber
 2. Beisitzer  Heinz Klein
 Ausschuß f. d. Schießbetrieb  Thomas Wüst
 Waffenwart  Udo Teuber
 Jugendleiterin  Yvonne Teuber
 Stellv. Jugendleiter  Michael Meyer
 Ausschuß Wirtschaftsbetrieb  Gerlinde Franck
   Herbert Jung

Im Jahre 1999 hat der Schützenverein Germania Rinnthal e.V. 92 Mitglieder.